Was ist denn eigentlich Akupressur?
Akupressur setzt sich aus den lateinischen Wörtern für Nadel, "acus", und drücken, "premere", zusammen. Im Gegensatz zur Akupunktur, dem "Nadelstechen", werden bei der Akupressur aber keine Nadeln verwendet. Stattdessen werden mit den Fingerkuppen bestimmte Druckpunkte massiert. Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin verlaufen im Körper Kanäle, durch die Lebensenergie, das so genannte Qi, fließt. Diese Kanäle nennen sich Meridiane. Ist die Zirkulation der Lebensenergie in diesen Kanälen blockiert, entstehen Krankheiten. Es gibt zwölf Hauptmeridiane, die den inneren Organen zugeordnet sind, acht Außerordentliche Gefäße und einige weitere Energieleitbahnen. Die Druckpunkte, die bei der Akupressur massiert - und bei der Akupunktur gestochen - werden, liegen auf diesen Meridianen. Welche Druckpunkte massiert werden, hängt von den Beschwerden ab und wird von der Pferdetherapeutin/ demPferdetherapeuten entschieden.
Wirkt Akupressur tatsächlich?
Bisher wird um die Existenz der Meridiane gestritten: Einige Mediziner wollen bewiesen haben, dass so ein Energieleitbahnensystem existiert, andere Mediziner widersprechen diesen Ergebnissen.Tatsächlich sind aber bei der Akupunktur so gute Ergebnisse - gerade bei der Behandlung von chronischen und teilweise unerklärlichen Schmerzen - erzielt worden, dass Akupunktur teilweise in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wurde, diese also für Akupunkturbehandlungen beim Menschen bezahlen. Da die Akupressurpunkte mit denen für Akupunktur größtenteils identisch sind, ziehen Befürworter der Meridianlehre den Schluss, dass Akupressur ebenfalls sehr wirksam ist.
Aber Akupressur beim Pferd...?
Wenn man von der Existenz eines Meridiansystems beim Menschen ausgeht, müssen Tiere, demzufolge auch Pferde, ebenfalls über ein solches Meridiansystem verfügen. In der Pferdetherapie wurden mit der Akupressur bereits sehr gute und schnelle Ergebnisse erzielt: Akupressur beim Pferd eignet sich als Mittel gegen Rücken- und Gelenksschmerzen, zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und Entspannung des Tieres sowie bei psychischen Auffälligkeiten wie Nervosität, Ängstlichkeit, Überspannung und aggressivem Verhalten. Die Rittigkeit kann mit regelmäßigen Akupressurbehandlungen ebenfalls verbessert werden. Gerade bei Verhaltensauffälligkeiten und Beschwerden, für die Tiermediziner keine körperliche Ursache feststellen können, wird Akupressur oft eingesetzt und kann die Symptome abmildern.