Pferde Physiotherapie & Osteopathie


Osteopathie

Was ist denn überhaupt Osteopathie?

Osteopathie kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Knochenleiden". Im Gegensatz zur Physiotherapie wird bei der Osteopathie nur mit den Händen der Therapeutin/ des Therapeuten gearbeitet. Die Osteopathie ist ein ganzheitlicher Behandlungsansatz; der gesamte Organismus wird in die Therapie mit einbezogen. Es werden Fehlstellungen und Funktionsstörungen von beispielsweise Gelenken, Wirbeln und Muskeln betrachtet, die über die Faszien - Bindegewebshüllen, die alles im Körper miteinander verbinden - innerhalb des Organismus weitergeleitet werden und so zusätzliche Störungen verursachen können. Die Osteopathin/ Der Osteopath geht davon aus, dass eine Bewegungseinschränkung eines Gelenks, eines Muskels o.ä.
ursächlich für eine Problematik ist. Diese Bewegungseinschränkung kann eine Folge von Stürzen, Operationen, Fehlbelastungen etc. sein und wird dann mit Hilfe osteopathischer Behandlungsmethoden gelöst. Ein wichtiger Grundsatz ist hierbei, dass die osteopathischen Behandlungsmethoden nur die Selbstheilungskräfte im Körper aktivieren, eine Heilung durch den Osteopathen/ die Osteopathin findet nicht statt, diese lösen nur die Blockaden. Osteopathie kann bei zahlreichen Beschwerden wie Rittigkeitsproblemen, Lähmungen, Verletzungen und Schmerzen sowie bei Trächtigkeit und Geburt Anwendung finden.

Wie ist das Konzept der Osteopathie entstanden?

Entwickelt wurde die Osteopathie gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Arzt Andrew Taylor Still in den USA. Innerhalb kürzester Zeit verlor er drei seiner Kinder durch Hirnhautentzündung, ein weiteres starb an einer Lungenentzündung. Da die traditionelle Medizin also offensichtlich häufig wirkungslos war, suchte er nach neuen Methoden um Menschen zu heilen und entwickelte die Osteopathie. Eine erste Osteopathie-Schule gründete er 1892. Nachdem er und seine SchülerInnen für ihre Ansichten zunächst heftig von der Schulmedizin attackiert wurden, gilt die Osteopathie heute in den USA als anerkanntes Heilverfahren.

In Deutschland gab es in den 50er Jahren erste osteopathische Behandlungen. Seit den 80er Jahren wird die Osteopathie weithin praktiziert und an mehreren Ausbildungsstätten vermittelt. Schon sehr früh wurden die Erkenntnisse aus der Osteopathie auch auf das Pferd übertragen. Auch hierzu hat, genau wie bei der Pferdephysiotherapie, Beatrix Schulte Wien erheblich beigetragen.

Wer darf Osteopathie anwenden?

Da die Osteopathie als alternative Heilmethode gilt, sind OsteopathInnen keine TiermedizinerInnen und dürfen demnach keine Diagnosen stellen. Vielmehr ergänzen sie die Arbeit von TierärztInnen und anderem Fachpersonal. Da der Beruf gesetzlich noch nicht geschützt und die Ausbildung dementsprechend ungeregelt ist, sollte man sich gut über die Ausbildung des Osteopathen/ der Osteopathin informieren, um Fehlbehandlungen und Scharlatanerie zu vermeiden. Es gibt in diesem Berufsfeld eine Vielzahl erfahrener TiermedizinerInnen, ReiterInnen, PhysiotherapeutInnen etc., die eine fundierte, geregelte Ausbildung abgeschlossen und auf dem Gebiet der Osteopathie Zusatzqualifikationen erworben haben. Sie verfügen somit über solide Kenntnisse, die dem Pferd nützen und nicht schaden.

Wirkt Osteopathie überhaupt?

Genau wie die Homöopathie ist die Osteopathie wissenschaftlich umstritten. Auch hier wird der Vorwurf gemacht, die guten Behandlungserfolge seien reine Placeboeffekte und die Wirkungsweise wissenschaftlich nicht haltbar oder sogar widersinnig.